Ich nähe so so gerne. Ich schalte dabei ab. Meine Gedanken kommen dabei zur Ruhe. Mein Yoga. Wirklich.
Doch möchte ich aber auch gleichzeitig online Schönes zeigen. Es macht mir Spaß, eigentlich. Doch oft fühle ich mich wie ein kleiner Fisch unter all den tausend perfekten Flatlays, Posen, usw.
Aber will ich das denn? Macht das denn Sinn? Denn dieser Druck nimmt mir doch die ganze Freude am Nähen. Ich will doch nicht Stoffe kaufen, nur mit dem Gedanken, wie die wohl bei anderen ankommen! Ich kaufe sie, weil ich genaue Bilder im Kopf habe. Weil zuerst kleine Puzzleteile herumschwirren, die sich irgendwann zu einem Ganzen fügen. Das ist es, was ich liebe. Doch das "Social Media" damit zu verbinden ist nicht einfach.
Als ich mit dem Nähen begann, das war im Jahr 2014, da habe ich einige Lieblingsblogs gefunden. Bilder, die kaum bearbeitet waren. Kinder, die einfach auf "gut Glück" fotografiert wurden. Der Perfektionismus hatte noch eine andere Dimension. Für mich eine sympathischere. Natürliche. Oft habe ich das Gefühl, nicht nur in der Nähwelt, einfach generell, jeder muss besser/schöner sein. Schwächen zu zeigen wäre nicht erlaubt. Alles blitzeblank.
Ich will da nicht mitmachen, ich kann es nicht einmal. Denn so sehr ich es versuchen würde, ich bin einfach nicht so. :-D Bei uns zu Hause wird man immer Staub finden, immer Chaos in irgendeinem Zimmer. Wäsche im Korb. Genähtes, welches einfach nach Lust und Laune fotografiert wurde.
Doch umgekehrt gibt es viele Menschen, die das nicht aushalten würden. Die es eben blitzeblank brauchen. Die perfekte Bilder wollen. Und so soll es auch sein. Denn wir sind alle verschieden.
Es liegt also an MIR. Ich muss mich akzeptieren. Will mich akzeptieren. Denn so fühle ich mich wohl, das hier bin ICH. :-)
Schnittmuster: Kinderkleid von Klimperklein
Größe 74
Stoffe von Alles-für-Selbermacher
*Werbung da Markennennung
Du sprichst mir mit deinem Post so sehr aus der Seele. Ich habe die letzten Tage sooo viel genäht - alles für mich. Aber vor lauter Perfektionismus fehlt mir nun der Mut, es zu fotografieren und die Fotos auf meinen Blog zu stellen. Warum nur? Bei den anderen, also denen, die auch mal unperfekte Fotos posten, finde ich dieses Unperfekte doch auch sowas von sympathisch, bei mir selbst kann ich dieses Unperfekte aber nur ganz schlecht aushalten.
AntwortenLöschenSchön, dass es auch anderen so geht. Ich finde deinen Beitrag jedenfalls toll, sowohl das Geschriebene als auch die Fotos. Danke dafür <3!
Liebe Grüße
Sanne